Samstag, 13. Januar 2007

Geschichte im Netz-Praxis, Chancen, Visionen

Das Internet bietet viele neue Möglichkeiten für Historiker, um produktiv zu sein. Das Netz kann verwendet werden, um Geschichte zu erzählen, darzustellen und sich in der Öffentlichkeit mit der Disziplin auseinander zu setzen. Das neue Medium Internet bietet Anreize um miteinander über Sachverhalte zu diskutieren, und zu neuen Ideen vorzudringen. Das Netz ist nicht nur eine Darstellungsplattform, sondern das WWW besitzt selbst eine Geschichte, und schreibt Geschichte. Das WWW. wird für Geschichtswissenschaftliche Zwecke immer noch viel zu wenig genutzt.

Praxis
Die Geschichtswissenschaften bemühen sich mittlerweile sehr, sich einen erweiterten Präsenzraum im Web zu schaffen, indem Primär -und Sekundärquellen erschlossen werden, der Zugriff von Bibliotheks- und anderen Kataloge ins Netz gestellt werden, als auch webadäquate Darstellungen von Geschichte verfasst werden. Andere Wege der Fortbildung für Studierende sind z.B. E-Learning und E-Didaktik, und viele weitere Angebote stehen den Studenten -/innen und den normalen Usern zur Verfügung (zb. IGL)
Die Systemmodifikation als institutionelles Kommunikationssystem besteht darin, dass alte und neue Medien sich gegenseitig bedingen. (Als Bsp.: proto- hypertextuelle Techniken (neu) kennzeichnet eine Website wird auch von Büchern (alt) übernommen, umgekehrt werden viele Texte die im Netz stehen wie ein klassischer Aufsatz präsentiert) Das Internet bedarf eigener Regeln, so auch anderer Schreibformate ( hier möchte ich auf den bereits geschriebenen Eintrag „Hypertext“ verweisen) Den Web- Publikationen wird oft vorgeworfen, dass ihre Lebensdauer sehr begrenzt sei, Inhalte kommen und gehen, und bieten somit keine sichere Quelle, und nur einen gegenwärtigen Informationsstand des Erforschten. Diese Fluidität ist aber nicht nur ein Phänomen des WWW. Sondern kann auch gedruckten Publikationen vorgeworfen werden.

Chancen

Geschichtswissenschaftliche Bestände finden immer mehr Eingang ins Netz, Informationen gelangen also schneller an den Benutzer. Außerdem wird der Zugang zu den Quellen erleichtert, als Folgewirkung wird die Forschung beschleunigt. Die Benutzung von Internetquellen ist aber nicht immer unbedenklich, es kann sein, dass Quellen nicht ordnungsgemäß aufbereitet wurden, und somit dem Forscher zum Verhängnis werden können, da es an der nötigen Quellenkritik, und den zur Verfügung stehenden Metadaten, mangelt. Im Weiteren wird das gedruckte Wort immer noch höher geschätzt als eine Publikation im Web. Das Internet bietet einen globalen Zugang an Informationen, die Ortsgebundenheit bildet keine Barriere mehr, sondern wird im virtuellen Raum belanglos. Auch können die oftmalig isolierten Geschichtswissenschaften, indem sie das Internet nutzen, die breite Öffentlichkeit erreichen, und auf die Gesellschaft Einfluss nehmen und an ihr teilnehmen. Natürlich kann mit den erlangten Ergebnissen der Forschung auch leichter ein Missbrauch stattfinden, denn das Internet ist nicht so einfach zu kontrollieren, aber dieses Risiko sollte eingegangen werden, damit neue Ideen entstehen können. Das WWW. ist ein multimedialer Raum, und bietet die Chance, neue Wissenschaftszweige zu entwickeln und auszubauen. So konzentriert sich die historische Forschung jetzt auch auf ikonografische Quellen, Fotografien und Filme. Daraus resultierten neue Forschungsschwerpunkte und neue Erkenntnisse. Dass WWW ermöglicht einen einfachen Zugriff auf diese Quellen. Inter- und Multidisziplinarität wird in unserer heutigen Zeit von den Wissenschaftlern gefordert, es reicht nicht mehr sich nur einer Domäne zu widmen sondern die Kompetenz muss auf vielen Ebenen und Schwerpunkten ausgebildet werden. E-learning (bzw. blended – learning, Teil Präsenz, Teil Aufgabenstellung per Internet) ist eine neue Form des universitären Unterrichts. Ergebnisse sind schnell ersichtlich, die Kommunikation unter den Studenten und Professoren wird gefördert und beschleunigt. Die Kollektive Zusammenarbeit unter den Kollegen wird durch CMS-Software erleichtert und gefördert, während das Individuum in den Hintergrund tritt, und bildet immer mehr einen neuen wissenschaftlichen Weg.

Visionen
Die Geschichtswissenschaft spiegelt unseren zivilisatorischen Wandel wieder. Geschichte ist global zu betrachten und wird in Zukunft eine multidisziplinare und multimediale Herangehensweise verlangen. Das Netz codiert die Veränderung unserer Gesellschaft, und gibt unsere Zeit passender wieder, als altbewährte Medien. Neue Forschungsfelder entstehen und werden erscheinen. Für die Wissenschaftler bedeutet das, dass ein größeres Spektrum an Chancen offen steht, und ein erweitertes Streben gefördert wird, um ihre Kompetenzen auszubauen. Zusätzlich findet die Forschung erneut einen Zugang zu einem größeren Publikum, und eine Verbindung mit den Usern. Geschichte wird nicht mehr selektiv präsentiert, sondern kann mit Hilfe der Hypertextualität einen größeren Überblick anbieten.

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